1. Teil: Entwicklung von Digitalisierungsszenarien

1. Teil: Entwicklung von Digitalisierungsszenarien

Erfahren Sie in diesem Artikel, warum es sich lohnt, vor der Einführung eines digitalen Geschäftsmodells die Strukturen auszuarbeiten, denen das Geschäftsmodell unterliegt. Der Artikel führt in die Blog-Reihe zum Thema Entwicklung von Digitalisierungsszenarien am Beispiel der Geschäftsmodell-Idee „Digitaler Glascontainer“ ein.


Inhalt des Beitrags

  • Einordnung des Vorgehens in den Zusammenhang des Projektes
  • Exemplarische Darstellung des Vorgehens
  • Ausblick auf die folgenden Beiträge der Blog-Reihe
  • Exkurs: Warum das Geschäftsmodell „Digitaler Glascontainer“ ein Beispiel für Hybridisierung darstellt?


Einordnung des Vorgehens in den Zusammenhang des Projektes

Das Projekt AnGeWaNt strebt die Einführung und / oder Ergänzung von digitalen Dienstleitungen in das bestehende Produkt- und Dienstleistungsportfolio von Unternehmen an. Dazu wurden in einem ersten Schritt Ideen für neue Geschäftsmodelle entwickelt und konkretisiert. Die Umsetzung dieser Geschäftsmodelle hat vielfältige Veränderungen in Bezug auf die Zusammenarbeit im und mit anderen Betrieben zur Folge. Daher sind folgende Aspekte anzupassen:

  • Arbeits- und Führungskultur: Die Zusammenarbeit in Betrieb muss entsprechend der neuen Bedürfnisse erweitert werden.
  • Qualifizierung: Die Mitarbeitenden müssen für die neue Anforderungen qualifiziert werden.
  • Aufbau- und Ablaufstrukturen: Die bestehenden Strukturen müssen an die neue zeitlich und räumlich flexible Zusammenarbeit innerhalb sowie zwischen Organisationen angepasst werden.

Das in dieser Blog-Reihe beschriebene Vorgehen fällt in den dritten Punkt „Aufbau- und Ablaufstrukturen“. Im Projekt wurden sieben Digitalisierungsszenarien entworfen. Ziel ist es, auf Basis der Szenarien die notwendigen Veränderungen von Organisations- und Arbeitsstrukturen sichtbar zu machen, die sich aus der Realisierung des neuen Geschäftsmodells ergeben würden.


Exemplarische Darstellung des Vorgehens

Im Projekt wurde die Idee des Geschäftsmodells „Digitaler Glascontainer“ initiiert und erarbeitet. Entworfen wurde ein digitaler Service, der die Füllstände der örtlichen Glascontainer und die Auslastung der Entsorgungsfahrzeuge kennt und auf dieser Basis die Leerung der Container terminiert und die Route der Entsorgungsfahrzeuge festlegt. Dies würde eine bedarfsgerechte Entleerung sowie eine kosten- und ressourcenschonendere Abholung ermöglichen.

Um diese Geschäftsmodell-Idee Wirklichkeit werden zu lassen, muss ein IT-System geschaffen werden, das Schlüsse aus den Füllständen von Containern und Entsorgungsfahrzeugen zieht. Die Umsetzungssoftware müsste dazu auf Echtzeitdaten der betreffenden Container und Fahrzeuge zugreifen. Auch wäre es denkbar, den Funktionsumfang um den Einsatz von geeichten Waagen zu erweitern. Dadurch könnte entsprechend der gesetzlichen Vorgaben das Gewicht des abgeholten Glases ermittelt und in Rechnung gestellt werden.

Das Beispiel zeigt, dass sich Geschäftsmodell-Ideen zumindest theoretisch in verschiedenen Ausbaustufen umsetzen lassen. Eine Ausarbeitung der verschiedenen Ausbaustufen und ihre grafische Darstellung haben mehrere Vorteile:

  • Sie schaffen eine gute Grundlage, um die Möglichkeiten der Umsetzung im Unternehmen zielgerichtet zu prüfen.
  • Es kann leichter festgemacht werden, wann und wie Kooperationen mit Partnern nötig sind.
  • Aus den Ausbaustufen können Analogien zu anderen Anwendungsfeldern jenseits des Beispiels für das eigene Unternehmen / die eigene Fragestellung abgeleitet werden.
  • Mögliche Entwicklungen können antizipiert werden.


Ausblick auf die folgenden Beiträge der Blog-Reihe

Im Rahmen der Blog-Reihe Entwicklung von Digitalisierungsszenarien am Beispiel der Geschäftsmodell-Idee „Digitaler Glascontainer“ werden die einzelnen Digitalisierungsszenarien im Detail vorgestellt. Dies erstreckt sich von der Ermittlung des Status Quo über bereits existierende Pilotanwendungen bis hin zur fast vollkommen digitalisierten Variante, die auch hoheitliche Aspekte beinhaltet. Damit wird beispielhaft ausgeführt, wie Ideen für digitale Geschäftsmodelle auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden können. Das Vorgehen lässt sich auf beliebige Geschäftsmodell-Ideen übertragen.


Exkurs: Warum das Geschäftsmodell „Digitaler Glascontainer“ ein Beispiel für Hybridisierung darstellt?

Hybridisierung beschreibt die Erweiterung von Produkten um datenbasierte Zusatzleistungen. Würde also ein Unternehmen, das beispielsweise Container oder Entsorgungsfahrzeuge herstellt, den oben beschriebenen Service entwickeln und anbieten, sprächen wir von einem hybriden Angebot. Es würde zum Betreiber einer Plattform, deren Nutzung zum Beispiel lokalen Entsorgungsunternehmen in Rechnung gestellt werden kann. Diese neuartige Dienstleistung kann für das Unternehmen, dessen Fokus bislang in der Produktion lag, zu einem weiteren Standbein werden und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in Zukunft sichern.

 

Zum zweiten Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

47 + = 51