Organisations-und Arbeitsstrukturen

Gestaltung integrativer Arbeits- und Organisationsstrukturen für die Bereitstellung hybrider Dienstleistungen

Ausgangspunkt

Neue hybride Geschäftsmodelle stellen in der Regel völlig neue Anforderungen an die Organisation und an die Beschäftigten. Daher ist es sinnvoll die Geschäftsmodelle, die seit Jahren in den Unternehmen bewährt und bekannt sind, kritisch zu hinterfragen und Betrieb und Beschäftigte auf neue Situationen und Konstellationen vorzubereiten. In dem Anwendungsfeld werden – ausgehend von den Ergebnissen der Geschäftsmodellentwicklung – organisationale Strukturen ermittelt, die die wirtschaftliche Umsetzung der erarbeiteten Geschäftsmodellinhalte erlauben. Diese „neuen“ Strukturen werden mittels Analyse und Abbildung von Informationsflüssen, Arbeits- und Organisationsabläufen sowie detaillierten Anforderungskonzepten abgebildet.





Zentrale Fragestellungen:

  • Welche Anforderungen stellt das neue Geschäftsmodell an das Thema Information (Informationsflüsse)?
  • Wie sehen an das neue Geschäftsmodell angepasste Aufbaustrukturen aus? Welche Elemente müssen am bestehenden Geschäftsmodell ergänzt oder verändert werden?
  • Wie können zunehmend flexiblere Ablaufstrukturen realisiert werden? Welche Parameter beeinflussen die Ausgestaltung der Flexibilisierung?
  • Wie können Strukturen, die den Anforderungen des neuen Geschäftsmodells entsprechen, in die bestehenden Strukturen integriert werden? Was ist zu tun, wenn die bisherigen Strukturen der Umsetzung der hybriden Wertschöpfung im Weg stehen, aber aufgrund anderer Vorgaben nicht oder nur schwer verändert werden können?

Pilotanwendung

Eine geplante Pilotanwendung wurde im Rahmen von Szenarien entwickelt, ausgebaut und in unterschiedlichen Ausbaustufen abgebildet. Die unterschiedlichen Ausbaustufen des Szenarios dienten im Fortgang der Untersuchung immer wieder als Blaupause, um verschiedene „Zukünfte“ im Hinblick auf die unter „Zentrale Fragestellungen“ beschriebenen Aufgaben zu diskutieren sowie reale Abläufe und Anforderungen abzuleiten.

Ein solches Verfahren bietet sich besonders für Unternehmen an, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine hybride Wertschöpfung einzuführen, bislang aber nur wenige Schritte in Richtung einer entsprechenden Produktentwicklung unternommen haben.


Methodik

Um zu belastbaren Aussagen zu gelangen, wurde folgende Methodik angewendet:

  1. Szenarioentwicklung
  2. Bestandsaufnahme
  3. Szenarioanwendung
  4. Operationalisierung

Wichtig ist hierbei der Fokus auf eine konkrete, zukünftige Anwendung bzw. Anforderung. Ansonsten bleibt eine Diskussion über Veränderungsnotwendigkeiten im Betrieb und bei Beschäftigten auf einer zu abstrakten Ebene.


Entwicklung zukünftiger Arbeits- und Organisationsstrukturen

1. Szenarioentwicklung

Das Anwendungsbeispiel wurde in unterschiedliche, digitale Ausbaustufen untergliedert, die jeweils einen Schritt zusätzlicher Digitalisierung darstellen. Die detailliert aufgeschlüsselte Vorgehensweise soll weitere Unternehmen dazu animieren, sich mittels einer Szenarioentwicklung über zukünftige Anforderungen klar zu werden.

2. Bestandsaufnahme

In den drei beteiligten Unternehmen wurde jeweils mittels Experteninterview erhoben, wie aktuell die Struktur, Arbeitsweise und Informationsflüsse organisiert sind. Dies geschah zunächst exemplarisch für den Vertrieb, da alle drei Unternehmen hier die größten Herausforderungen erwarten. Aktuell wird eine Bestandsaufnahme des Service vorbereitet.

3. Szenarioanwendung

In diesem Arbeitsschritt ging es darum – auf Basis der Ergebnisse der Bestandsaufnahme –zu überprüfen, in wie fern bestehende Strukturen und Abläufe erhalten bleiben können, wenn das neue Geschäftsmodell umgesetzt wird. Auch wurde geschaut, welche generellen Veränderungen hier vorgenommen werden sollten, um mit dem neuen Geschäftsmodell wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Auch diese Analyse erfolgte mittels Experteninterviews.

4. Operationalisierung

In der Phase der Operationalisierung wurden die neuen Anforderungen an Struktur und Abläufe konkretisiert und auf die betriebliche Praxis heruntergebrochen. Es wurden Aussagen zu sich tendenziell verändernden Arbeitszeitmodellen, möglichen Entlohnungsanreizen, Nachweisen, Schulungsbedarfen etc. getroffen. Diese Veränderungen betreffen neben dem hybriden Geschäftsmodell auch einzelbetriebliche Aspekte. Daher wurde ein Anforderungskatalog für alle tendenziellen Veränderungsnotwendigkeiten erstellt, der z.B. mögliche Arbeitszeitmodelle enthält. Diese müssen in einem folgenden Schritt im Rahmen der betrieblichen Aushandlung auf Realisierung hin diskutiert werden.



Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ (Förderkennzeichen: 02L17B055) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autoren.