3. Teil: Entwicklung von Digitalisierungsszenarien

3. Teil: Entwicklung von Digitalisierungsszenarien

Der Beitrag stellt vor, wie Sie durch die Recherche nach Pilotanwendungen ermitteln, welche Digitalisierungsbestrebungen es zu Ihrer Geschäftsmodell-Idee bereits gibt. Am Beispiel „Digitaler Glascontainer“ wird illustriert, wie diese Erkenntnisse mit dem Geschäftsmodell übereingebracht werden können. Es handelt sich um den dritten Beitrag der Blog-Reihe Entwicklung von Digitalisierungsszenarien am Beispiel der Geschäftsmodell-Idee „Digitaler Glascontainer“.

Inhalte des Beitrags

  • Hintergrund
  • Pilotanwendungen aus Bonn und Stuttgart
  • Übertragung der Erkenntnisse auf das Geschäftsmodell
  • Ausblick

 

Hintergrund

Die Erstellung von Digitalisierungsszenarien bildet die Brücke zwischen der ausgearbeiteten Idee des neuen hybriden Geschäftsmodells und den ersten Schritten zur Implementierung des Geschäftsmodells. Die Szenarien skizzieren dabei unterschiedliche Ausbaustufen des Geschäftsmodells und legen die jeweiligen Strukturen offen. Weitere Informationen zum Vorgehen enthält die Einführung.

In diesem Beitrag wird das zweite Digitalisierungsszenario beschrieben, in dem der Status Quo um Pilotanwendungen erweitert wird. Ausgangspunkt ist die Recherche nach Pilotanwendungen. Diese geben Auskunft, welche Prozessverbesserungen mit Hilfe der Digitalisierung bereits in der Praxis verfolgt werden. Die Ergebnisse werden auf das Geschäftsmodell übertragen.

Pilotanwendungen aus Bonn und Stuttgart

Neben dem im vorherigen Artikel zum Status Quo beschriebenen Zustand der Glascontainerentleerung gibt es Pilotanwendungen und Angebote, die deutliche Hinweise auf mögliche weitere Entwicklungen geben; diese Entwicklungen sind in Teilen schon beschreiben. In der Stadt Bonn sind unter dem Titel „Wenn der Glascontainer voll meldet“ im Rahmen des Projektes „Smart City“ smarte Sammelcontainer-Füllstandsanzeiger im Einsatz, die einen ersten Schritt zu einer bedarfsgerechten Leerung ermöglichen sollen:
Der Füllstandsanzeiger ist über die sogenannte „NarrowBand-IoT“ Technologie vernetzt und lässt sich übers Internet und per App abfragen und überwachen. Dieses – auf Deutsch – „Schmalband-Interne-der-Dinge-Protokoll“ nutzt das vorhandene Mobilfunknetz, in Bonn konkret den 900-Megahertzbereich, ist aber speziell auf große Reichweiten selbst bei schwierigen Empfangsbedingungen, etwa in Kellern oder Kanälen, und auf geringen Stromverbrauch hin optimiert. (Deutschlandfunk 2017)

Auch die Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Stuttgart begrüßen eine Ausstattung der Glascontainer mit Sensoren im Stadtgebiet (Stuttgarter Nachrichten 2018). Hier erhofft sich die Firma Remondis als Entsorger vom Einsatz der Sensoren eine „punktgenaue und bedarfsgerechte“ Abfahrroutine. Mit den Daten, die die Sensoren liefern, ist es möglich, die Tourenplanung deutlich zu optimieren. Stuttgart ist damit nach Aussage des Entsorgers ein Leuchtturmprojekt, da das Unternehmen darauf verweist, dass eine umfassende Umstellung auf eine digitale Erfassungstechnik wie sie in Stuttgart geplant und angelaufen ist, bundesweit bislang einzigartig sei.

Jenseits der hier beschriebenen Glasentleerung wird schon vereinzelt darüber nachgedacht auch herkömmliche Entsorgungsbehälter und auch Mülleimer mit Sensoren zur bedarfsgerechten Leerung auszustatten. So forderte z. B. die FDP der Stadt Frankfurt am Main Ende 2019 sämtliche Abfallkübel der Stadt zu digitalisieren (Frankfurter Rundschau 2019).

Übertragung der Erkenntnisse auf das Geschäftsmodell

Die Vorstellung ausgewählter Projekte belegt, dass erste Kommunen Schritte in Richtung digitalisierter Containerentleerung unternehmen. Der Vergleich des geplanten hybriden Geschäftsmodells mit den Pilotanwendungen zeigt aber, dass diese nur in Ansätzen an die Geschäftsmodell-Idee heranreichen. Zwar übermitteln bei den Pilotanwendungen Sensoren automatisch den Füllstand der Container, von einer automatisierten Planung der Abholung ist man aber immer noch weit entfernt.

In Abbildung 2 (Teil 3) sind die verschiedenen Aspekte einer bedarfsgerechteren Glasentleerung dargestellt. Es handelt sich hierbei um die beschriebenen Parameter Füllstand, Containerstandort und bedarfsgerechte Leerung bei vollen Behältern.

Abbildung 2 (Teil 3), Quelle: ifaa, eigene Darstellung

 

Ausblick

Der darauf folgende Beitrag wird sich mit den Möglichkeiten einer darüber hinaus gehenden Digitalisierung der Glascontainerentleerung auseinandersetzen.

Zum vierten Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

32 + = 38